Feuerwehr auf Kameradensuche

Feuerwehr auf KameradensucheDer „Virus Feuerwehr“ kann ziemlich ansteckend sein. Wer einmal mit ihm in Berührung kommt, wird leicht davon befallen und oft ein Leben lang nicht mehr losgelassen. Oft genügt es ein paar Mal bei Übungen oder Festen dabei gewesen zu sein, um sich zugehörig zu fühlen. In den meisten kleinen Ortschaften ist die Schwelle zum Eintritt in die Feuerwehr dabei recht niedrig: Jeder kennt jeden, das Feuerwehrhaus ist das soziale Zentrum des Dorfes, und wenn der Papa schon bei der Feuerwehr ist, gehen auch die Kinder dazu. In Kirchberg sind die Grundvoraussetzungen etwas kniffliger. Die Ortschaft ist größer, der Zusammenhalt nicht ganz so intensiv und viele Bewohner sind erst frisch zugezogen. Dementsprechend war der Anteil an Feuerwehrmännern stets geringer als in den umliegenden Dörfern. Vor allem untertags kann die Personaldecke da schnell einmal dünn werden.

Um dies zu ändern, laufen seit mehr als einem Jahr Planungen innerhalb der Feuerwehr Kirchberg und der Feuerwache Mallon, wie man neue Kameraden mit dem „Virus“ anstecken könnte. In ungezählten Sitzungen wurden Ideen gewälzt, wie man die Feuerwehr (noch) mehr im Ort verankern und neue Kameraden gewinnen könnte. Mit einer Schauübung im alten Gemeindesammelzentrum ging die erste Phase des Planes nun in die konkrete Umsetzungsphase. Im Vorfeld wurden einige Gemeindebürger, von denen man sich vorstellen konnte, dass sie Interesse haben, persönlich kontaktiert und eingeladen. Das Feedback war überraschend positiv. 9 Kirchberger, Mallone und Dörfler kamen zu dem Treffen, einige weitere bekundeten grundsätzlich Interesse, waren aber diesmal verhindert.

Den Gästen wurden zwei Szenarios vorgeführt: Einerseits ein Verkehrsunfall mit Menschenrettung, bei dem eine Person mit dem hydraulischen Rettungssatz aus dem Wrack befreit wurde. Andererseits wurde dasselbe Fahrzeug dann in Brand gesteckt und vom Rüstlöschfahrzeug aus gelöscht. Kommandant Martin Freiberger erklärte dazu die einzelnen Arbeitsschritte. Im Anschluss durften die Zuschauer unter Anleitung erfahrener Kameraden selbst an einem zweiten Fahrzeug das Feuerwehrgerät ausprobieren. Wie bei einer richtigen Feuerwehrübung Brauch durfte auch der gesellschaftliche Teil im Feuerwehrhaus nicht fehlen. Die Feuerwehr Kirchberg ist zuversichtlich, damit den einen oder anderen neuen Kameraden gewonnen zu haben. Zusätzlich sollen in den nächsten Monaten weitere Aktivitäten folgen, mit denen ein noch weiterer Personenkreis angesprochen werden kann. Denn nur mit ausreichend Personal kann die Zukunft der Feuerwehr Kirchberg abgesichert werden.

 

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Text: Stefan Nimmervoll, Foto: Hermann Pistracher